Training

Ich trainiere wieder.

Ich habe jetzt dreieinhalb Jahre lang Trainingspause gehabt. Ich hatte in dieser Zeit einen Job, der mich körperlich und geistig sehr beansprucht hat. Wie sich kürzlich herausgestellt hat, habe ich außerdem eine Stoffwechsel-Anomalie, die meinen Energiehaushalt im Körper beeinträchtigt. Das erklärt, wieso meine Trainingserfolge immer recht bescheiden waren – und warum ich in den letzten Jahren neben der Arbeit einfach nicht mehr viel zustande gebracht habe.

Mein neuer Job ist ähnlich füllend, aber mir geht es viel besser, und so zieht es mich wieder ins Training.

Was aber genau trainiere ich? „Parkour“ ist immer noch ein Teil dessen, aber ich nenne es nicht mehr so. Ich gehe meinen sehr eigenen Weg, und meine persönliche Zielrichtung hat mit der im Parkour proklamierten nur teilweise zu tun. Mich zieht es zu einem Bild, welches größer ist als Parkour. Teil dessen ist die Bewegungskunst, von der Parkour wiederum ein Teil ist. Teil wird die Kampfkunst sein. Teil sind aber durchaus auch die feinen Künste, derzeit vor Allem der Gesang. Teil ist natürlich auch die Alltagsorganisation, die Meditation und einiges mehr. Und auch das Wildnistraining wird für mich gerade wieder aktuell.

Was ist der rote Faden, das verbindende Element, das alles vereinigende Zielbild? Mit dem Bild des Kriegers kann ich mich nicht mehr wirklich identifizieren. Der Nomade oder Pilger durchs Leben bin ich in dem Sinne auch nicht. Geht es darum, einfach Mensch zu werden, das Potenzial auszuleben und zu erkunden? Wenn ja, warum eigentlich?

Muss ich wirklich ein Zielbild haben? Es würde so vieles einfacher machen. Wenn ich mich als Traceur identifiziere, weiß ich recht genau, was ich zu tun habe, um da hinzukommen. Wenn ich dem Ideal des Kriegers folge, habe ich Vorstellungen davon, was darunter zu verstehen ist und welche Disziplinen ich also üben muss. Ja, ein Idealbild gibt einen roten Faden und strukturiert das Training, kann es durchaus effizienter machen.

Aber es stimmt für mich nicht mehr.

Im Moment, solange ich noch rudere, mach ich einfach die Dinge, zu denen es mich hinzieht. Das passiert recht chaotisch und unstrukturiert und verlangt von mir, immer wieder reinzuspüren, was für mich jetzt gerade mal wieder ansteht.

So oder so – es ist ein lebendiger Weg. Ich weiß, dass ich viele dieser Interessen mit sehr vielen Menschen teile.

Ich freue mich über jeden, der ein Stückchen meines Weges mit mir zusammen geht.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.