<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><!-- generator="wordpress/2.2.1" -->
<rss version="2.0" 
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/">
<channel>
	<title>Kommentare zu: Hindernisse</title>
	<link>http://parkourblog.maltehoevel.de/2008/01/04/hindernisse/</link>
	<description>Berichte und Ideen rund um Parkour</description>
	<pubDate>Wed, 08 Sep 2010 03:40:20 +0000</pubDate>
	<generator>http://wordpress.org/?v=2.2.1</generator>

	<item>
		<title>Von: Trickstar</title>
		<link>http://parkourblog.maltehoevel.de/2008/01/04/hindernisse/#comment-237</link>
		<author>Trickstar</author>
		<pubDate>Mon, 07 Jan 2008 14:53:55 +0000</pubDate>
		<guid>http://parkourblog.maltehoevel.de/2008/01/04/hindernisse/#comment-237</guid>
		<description>Hehe, da hab ich wirklich ein bisschen persönlich beleidigt geklungen. Aber ich denke wir verstehen uns in dem Bereich recht gut, und meinen beide dasselbe. Das mit dem Kommunizieren habe ich mich auch gefragt, ich denke es gibt tausend Wege sich diesem Zustand anzunähern, und tausend Formen darüber zu kommunizieren. Aber ob man es erhält, hängt ausschließlich von einem selbst ab, da kann einem niemand helfen. Dennoch ist es nett sich drüber auszutauschen :)

Irgendwer sagte mal "Die Welt _ist_ ohne Sprache, sprachlos würde auch, wer sie verstünde." Wu wei beinhaltet auch dieses nicht-handelnde, das tao ist das nicht-benennbare, usw.

Das Tao, das benannt werden kann ist nicht das ewige Tao!
Der Name, der ausgesprochen werden kann ist nicht der ewige Name.
Das Namenlose ist der Anfang von Himmel und Erde.
Das Namenhafte die Mutter aller Wesen.
Betrachte das Wundersame des Tao ohne Verlangen.
Prüfe sein Erscheinen voll Begierde.
Das Wundersame und sein Erscheinen haben den selben Ursprung
doch tragen sie verschiedene Namen;
sie hüllen sich im Dunkeln.
Das grösste Geheimnis ist das Tor zu allen Geheimnissen.

Wie soll ich sagen, es gibt Tage da bin ich näher dran, und Tage da bin ich gar nicht dran. Einen starken Intellekt zu haben kann eine ganz schöne Last sein ;)

ciao</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Hehe, da hab ich wirklich ein bisschen persönlich beleidigt geklungen. Aber ich denke wir verstehen uns in dem Bereich recht gut, und meinen beide dasselbe. Das mit dem Kommunizieren habe ich mich auch gefragt, ich denke es gibt tausend Wege sich diesem Zustand anzunähern, und tausend Formen darüber zu kommunizieren. Aber ob man es erhält, hängt ausschließlich von einem selbst ab, da kann einem niemand helfen. Dennoch ist es nett sich drüber auszutauschen <img src='http://parkourblog.maltehoevel.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Irgendwer sagte mal &#8220;Die Welt _ist_ ohne Sprache, sprachlos würde auch, wer sie verstünde.&#8221; Wu wei beinhaltet auch dieses nicht-handelnde, das tao ist das nicht-benennbare, usw.</p>
<p>Das Tao, das benannt werden kann ist nicht das ewige Tao!<br />
Der Name, der ausgesprochen werden kann ist nicht der ewige Name.<br />
Das Namenlose ist der Anfang von Himmel und Erde.<br />
Das Namenhafte die Mutter aller Wesen.<br />
Betrachte das Wundersame des Tao ohne Verlangen.<br />
Prüfe sein Erscheinen voll Begierde.<br />
Das Wundersame und sein Erscheinen haben den selben Ursprung<br />
doch tragen sie verschiedene Namen;<br />
sie hüllen sich im Dunkeln.<br />
Das grösste Geheimnis ist das Tor zu allen Geheimnissen.</p>
<p>Wie soll ich sagen, es gibt Tage da bin ich näher dran, und Tage da bin ich gar nicht dran. Einen starken Intellekt zu haben kann eine ganz schöne Last sein <img src='http://parkourblog.maltehoevel.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>ciao</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: parkourblog</title>
		<link>http://parkourblog.maltehoevel.de/2008/01/04/hindernisse/#comment-236</link>
		<author>parkourblog</author>
		<pubDate>Mon, 07 Jan 2008 13:12:15 +0000</pubDate>
		<guid>http://parkourblog.maltehoevel.de/2008/01/04/hindernisse/#comment-236</guid>
		<description>Grüß Dich, Andreas,

sollte gar kein Angriff gegen Dich persönlich sein, und kein "outen" oder so, sondern eine Anregung...

Klar, ich halts auch für gut, diesen Zustand anzustreben. Allerdings habe ich für mich die Erfahrung gemacht: in dem Moment, wo ich diesen Zustand noch suche, BIN ich nicht da. Erst, wenn man aufhört zu suchen und anfängt, einfach zu SEIN; wird man da ankommen. 

Daß es wenige gibt, dies erreichen, ist gerade kein Grund, es nicht anzugehen. Denn eigentlich ist dieser Zustand höchst menschlich, und er steckt in jedem von uns. Wir haben es nur meisterlich gelernt, uns davon abzuschneiden. "Erleuchtung", wenn Du es so nennen willst, können nicht nur Auserwählte finden. Jeder von uns hat das Zeug dazu. Wenn man mal bewußt versucht, einfach zu SEIN (nicht nur, das zu spielen, sondern das wirklich zu sein), wird einem aber schnell bewußt werden, wie leicht wir uns selbst von diesem Zustand abbringen. Warum auch immer.

"Überidealisieren" - damit meine ich, daß das oft als großartiger Zustand beschrieben wird, blumig ausgeschmückt mit vielen großen Bildern. Es ist auch was Großes, aber fühlt sich eben nicht so großartig an. Wenn Du genau hinguckst, hab ich diese Herangehensweise im Artikel oben durchaus drin - nur eben so unspektakulär formuliert, wies eben ist. Der Sachverhalt ist der Gleiche - Wu Wei, falls Dir das was sagt.

Dennoch bin ich durchaus dankbar für Deinen Hinweis - eben weil er das Thema aufgeworfen hat. Und ja, das Bild mit dem Wasser finde ich durchaus passend.

Das Suchen loslassen, um dem Finden Platz zu machen - das ist eines meiner Themen im Moment. Denn jede noch so gute Theorie ist völlig nutzlos, wenn sie nicht zu einem zufriedenen Leben führt. Ja, noch mehr - im Moment schnallen viele Menschen, daß es noch mehr gibt da draußen, daß die alltäglichen Selbsteinschränkungen nicht unbedingt notwendig sind. Doch viele bleiben an der falschen Stelle in diesem Erkenntnisprozeß stecken; stellen alles in Frage, was bisher selbstverständlich war (und damit bei aller Unzulänglichkeit auch eine gewisse Orientierung und Sicherheit gegeben hat), finden aber selbst nur einen kleinen Teil des Weges. Sprich, schießen sich aus dem alten Weg raus, ohne einen neuen zu finden. Viele Menschen hängen derzeit eben in dieser Kluft fehlender Orientierung. Deswegen hake ich da sehr schnell nach, wenn jemand gute Einsichten bringt, die aber für sich noch nicht umgesetzt hat (was ich bei Dir so konkret nicht weiß, meine Worte hier sind eher generell als auf Dich persönlich bezogen). 

Zumal man auf die eigentlichen Dinge nicht mit dem Verstand kommen kann und es entsprechend auch nicht jemandem mit Worten mitteilen kann; Unser Intellekt ist halt nur ein kleiner Teil von uns, macht sich aber zu leicht fürchterlich wichtig. Wenn ich jemandem was drüber erzähle, ders selbst nicht erlebt hat, wird er das mit seinem Verstand hören und den Weg selbst nicht finden können. Ich forsche gerade für mich an Alternativen, wie man sich überhaupt über solche Themen sinnvoll austauschen kann; denn das gesprochene oder gar geschriebene Wort hat erhebliche Grenzen.

Lieben Gruß,


Malte</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Grüß Dich, Andreas,</p>
<p>sollte gar kein Angriff gegen Dich persönlich sein, und kein &#8220;outen&#8221; oder so, sondern eine Anregung&#8230;</p>
<p>Klar, ich halts auch für gut, diesen Zustand anzustreben. Allerdings habe ich für mich die Erfahrung gemacht: in dem Moment, wo ich diesen Zustand noch suche, BIN ich nicht da. Erst, wenn man aufhört zu suchen und anfängt, einfach zu SEIN; wird man da ankommen. </p>
<p>Daß es wenige gibt, dies erreichen, ist gerade kein Grund, es nicht anzugehen. Denn eigentlich ist dieser Zustand höchst menschlich, und er steckt in jedem von uns. Wir haben es nur meisterlich gelernt, uns davon abzuschneiden. &#8220;Erleuchtung&#8221;, wenn Du es so nennen willst, können nicht nur Auserwählte finden. Jeder von uns hat das Zeug dazu. Wenn man mal bewußt versucht, einfach zu SEIN (nicht nur, das zu spielen, sondern das wirklich zu sein), wird einem aber schnell bewußt werden, wie leicht wir uns selbst von diesem Zustand abbringen. Warum auch immer.</p>
<p>&#8220;Überidealisieren&#8221; - damit meine ich, daß das oft als großartiger Zustand beschrieben wird, blumig ausgeschmückt mit vielen großen Bildern. Es ist auch was Großes, aber fühlt sich eben nicht so großartig an. Wenn Du genau hinguckst, hab ich diese Herangehensweise im Artikel oben durchaus drin - nur eben so unspektakulär formuliert, wies eben ist. Der Sachverhalt ist der Gleiche - Wu Wei, falls Dir das was sagt.</p>
<p>Dennoch bin ich durchaus dankbar für Deinen Hinweis - eben weil er das Thema aufgeworfen hat. Und ja, das Bild mit dem Wasser finde ich durchaus passend.</p>
<p>Das Suchen loslassen, um dem Finden Platz zu machen - das ist eines meiner Themen im Moment. Denn jede noch so gute Theorie ist völlig nutzlos, wenn sie nicht zu einem zufriedenen Leben führt. Ja, noch mehr - im Moment schnallen viele Menschen, daß es noch mehr gibt da draußen, daß die alltäglichen Selbsteinschränkungen nicht unbedingt notwendig sind. Doch viele bleiben an der falschen Stelle in diesem Erkenntnisprozeß stecken; stellen alles in Frage, was bisher selbstverständlich war (und damit bei aller Unzulänglichkeit auch eine gewisse Orientierung und Sicherheit gegeben hat), finden aber selbst nur einen kleinen Teil des Weges. Sprich, schießen sich aus dem alten Weg raus, ohne einen neuen zu finden. Viele Menschen hängen derzeit eben in dieser Kluft fehlender Orientierung. Deswegen hake ich da sehr schnell nach, wenn jemand gute Einsichten bringt, die aber für sich noch nicht umgesetzt hat (was ich bei Dir so konkret nicht weiß, meine Worte hier sind eher generell als auf Dich persönlich bezogen). </p>
<p>Zumal man auf die eigentlichen Dinge nicht mit dem Verstand kommen kann und es entsprechend auch nicht jemandem mit Worten mitteilen kann; Unser Intellekt ist halt nur ein kleiner Teil von uns, macht sich aber zu leicht fürchterlich wichtig. Wenn ich jemandem was drüber erzähle, ders selbst nicht erlebt hat, wird er das mit seinem Verstand hören und den Weg selbst nicht finden können. Ich forsche gerade für mich an Alternativen, wie man sich überhaupt über solche Themen sinnvoll austauschen kann; denn das gesprochene oder gar geschriebene Wort hat erhebliche Grenzen.</p>
<p>Lieben Gruß,</p>
<p>Malte</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Trickstar</title>
		<link>http://parkourblog.maltehoevel.de/2008/01/04/hindernisse/#comment-235</link>
		<author>Trickstar</author>
		<pubDate>Mon, 07 Jan 2008 11:40:02 +0000</pubDate>
		<guid>http://parkourblog.maltehoevel.de/2008/01/04/hindernisse/#comment-235</guid>
		<description>Jo, Gedanken gehen dann nicht mehr. Aber was du mit Überidealisieren meinst, weiß ich nicht. Nur weil es sehr wenige gibt die es erreichen, sollte einen doch nicht abhalten es anzugehen.

Stimmt, in dem Zustand kann man kein Parkour machen, weil man nicht mehr der Handelnde ist, sondern ein Teil der Welt. Aber wozu braucht man dann noch Parkour, Bewegung ist dann natürlich, und ich glaube, das es genau das war was David Belle im Kopf hatte.

Ich habe nicht behauptet, dass bei mir alles in Ordnung ist, aber ich habe auch nicht behauptet eins mit der Welt zu sein. Dennoch sehe ich das als Ziel. Ich habe mein Kommentar schlecht formuliert, du hast das was ich beschrieben habe nicht "vergessen", aber ich wollte darauf hinweisen, dass es das auch noch geben kann.

Für mich ist das Thema jeden Tag aktuell, und ich bin damit aufgewachsen, und ich finde es echt interessant dich getroffen zu haben und mit dir drüber reden zu können.

lg</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Jo, Gedanken gehen dann nicht mehr. Aber was du mit Überidealisieren meinst, weiß ich nicht. Nur weil es sehr wenige gibt die es erreichen, sollte einen doch nicht abhalten es anzugehen.</p>
<p>Stimmt, in dem Zustand kann man kein Parkour machen, weil man nicht mehr der Handelnde ist, sondern ein Teil der Welt. Aber wozu braucht man dann noch Parkour, Bewegung ist dann natürlich, und ich glaube, das es genau das war was David Belle im Kopf hatte.</p>
<p>Ich habe nicht behauptet, dass bei mir alles in Ordnung ist, aber ich habe auch nicht behauptet eins mit der Welt zu sein. Dennoch sehe ich das als Ziel. Ich habe mein Kommentar schlecht formuliert, du hast das was ich beschrieben habe nicht &#8220;vergessen&#8221;, aber ich wollte darauf hinweisen, dass es das auch noch geben kann.</p>
<p>Für mich ist das Thema jeden Tag aktuell, und ich bin damit aufgewachsen, und ich finde es echt interessant dich getroffen zu haben und mit dir drüber reden zu können.</p>
<p>lg</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: parkourblog</title>
		<link>http://parkourblog.maltehoevel.de/2008/01/04/hindernisse/#comment-234</link>
		<author>parkourblog</author>
		<pubDate>Mon, 07 Jan 2008 10:37:30 +0000</pubDate>
		<guid>http://parkourblog.maltehoevel.de/2008/01/04/hindernisse/#comment-234</guid>
		<description>Hallo,k Trickstar,

hast schon recht, die gibt es auch noch. Aber da ich von Standards sprach, hab ichs rausgelassen - es gibt viel zu wenige, die so handeln. Ich selbst kenne vielleicht zwei, drei solche Menschen. Und ich kenne verdammt viele.

Mal ehrlich: so, wie Dus beschreibst, ist das stark idealisiert. Ist ein gutes Leitbild, ja, aber die wenigsten Menschen haben das für sich umgesetzt, auch wenn es viele von sich behaupten würden.

Zumal dieser Zustand in der Regel unglaublich idealisiert wird. Ich hab ihn mal kennenlernen dürfen: wenn Du drin bist, fühlt sich der gar nicht besonders an. Er IST einfach, und natürlich genießt man das Dasein, aber man hat nicht das Bewußtsein dafür, daß das was Großartiges ist. In dem Moment, wo Du drüber nachgrübelst, wie sehr Du gerade im Fluß bist, bist Dus gar nicht! Oder grübelt das Wasser darüber nach, wie schön es gerade fließt?

Eben unsere Gedankenwelt ist es ja, die diesen Zustand verhindert. Unsere Gedanken sind immer ganz geschickt darin, uns irgend etwas Optimales zu suggerieren. Aber das ist ein Hirngespinst, nicht mehr.

Mach mal den Realitätstest. Sei mal schön im Fließen (haha - wie geht das eigentlich? Kann man das eigentlich auf Komando?) Und dann mach mal Parkour. Stell Dich vor die Wand und überwinde sie. Und dann schau zurück: bist Du wirklich Deinen Weg einfach gegangen oder hast Du nicht diese Bewegung eben gemacht, WEIL da gerade die Wand Dich so schön angelächelt hat? War es Dir wirklich so egal wie dem Wasser, ob da nun ein Hindernis ist oder nicht? Hast Du Dich, wie das Wasser, beim Umschmeicheln des Hindernisses wirklich kein bißchen angestrengt? A propos, wenn Du Wasser bist, wofür genau machst Du dann Krafttraining?

Meine Erfahrung: bereits die geringste Spur einer Absicht verhindert, daß man wirklich in den Fluß kommt. Im Fluß handelt man einfach, eben wie das Wasser - das Wasser ist ein verdammt gutes Bild dafür. Das Wasser handelt nicht absichtlich, nicht reflektierend. Es IST einfach und folgt dem, was gerade anliegt. Und mit der Haltung umschmeichelt es tatsächlich die Felsen in der Brandung. Das weiche Wasser bricht den Stein.

Allein die Absicht, Parkour machen zu wollen, verhindert das Fließen. Allein der Wunsch, genau diese Mauer jetzt zu überwinden, ist eine Fixierung, ist mehr als einfach das Tun, was anliegt.

Vielleicht verstehst Du jetzt ein bißchen mehr, warum ich mit Parkour aufhöre. Gerade in letzter Zeit habe ich mich viel mit eben diesem Fließen beschäftigt.

Mach den Realitätstest noch ein Schrittchen weiter. Übertrage das Verhalten auf den Alltag, wie ich es oben getan habe. Was würde es bedeuten, wie das Wasser zu fließen? Was passiert dann mit Alltagsproblemen? Wie gehe ich dann damit um? Gibt es dann überhaupt noch Sorgen, Probleme, Schwierigkeiten? Gibt es dann noch Unklarheit über den eigenen Weg, nicht wissen, was man tun soll oder nicht? Gibt es dann noch Kampf gegen irgendwas, gibt es dann noch Grübeln in irgend einer Form? Oder Stillstand? Überhaupt eine Absicht? Oder irgend etwas zu "müssen" (was auch immer das sein mag)? Mein lieber Trickstar - solltest Du für Dich in Anspruch nehmen, das mit dem Fließen wie Wasser geschnallt zu haben, dann schau mal in Deinem Leben nach, ob da wirklich alles fließt. Und wenn nicht, dann zieh die Konsequenzen, sprich: brings ins Fließen. Oder sei ehrlich genug zu Dir, festzustellen, daß es eben noch nicht so ist - was ja auch nicht an sich schlimm ist.

Vielleicht verstehst Du jetzt, daß das, was Du beschrieben hast, aus meiner Sicht ein reines Ideal ist, zwar erstrebenswert, aber in der beschriebenen Form eben ein Konstrukt - und daß ichs deswegen nicht mit reingenommen habe.

Freue mich über jeden Austausch zu dem Thema; es ist ein Spannendes, und erheblicher Teil meiner aktuellen Richtung.

Lieben Gruß,


Malte</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo,k Trickstar,</p>
<p>hast schon recht, die gibt es auch noch. Aber da ich von Standards sprach, hab ichs rausgelassen - es gibt viel zu wenige, die so handeln. Ich selbst kenne vielleicht zwei, drei solche Menschen. Und ich kenne verdammt viele.</p>
<p>Mal ehrlich: so, wie Dus beschreibst, ist das stark idealisiert. Ist ein gutes Leitbild, ja, aber die wenigsten Menschen haben das für sich umgesetzt, auch wenn es viele von sich behaupten würden.</p>
<p>Zumal dieser Zustand in der Regel unglaublich idealisiert wird. Ich hab ihn mal kennenlernen dürfen: wenn Du drin bist, fühlt sich der gar nicht besonders an. Er IST einfach, und natürlich genießt man das Dasein, aber man hat nicht das Bewußtsein dafür, daß das was Großartiges ist. In dem Moment, wo Du drüber nachgrübelst, wie sehr Du gerade im Fluß bist, bist Dus gar nicht! Oder grübelt das Wasser darüber nach, wie schön es gerade fließt?</p>
<p>Eben unsere Gedankenwelt ist es ja, die diesen Zustand verhindert. Unsere Gedanken sind immer ganz geschickt darin, uns irgend etwas Optimales zu suggerieren. Aber das ist ein Hirngespinst, nicht mehr.</p>
<p>Mach mal den Realitätstest. Sei mal schön im Fließen (haha - wie geht das eigentlich? Kann man das eigentlich auf Komando?) Und dann mach mal Parkour. Stell Dich vor die Wand und überwinde sie. Und dann schau zurück: bist Du wirklich Deinen Weg einfach gegangen oder hast Du nicht diese Bewegung eben gemacht, WEIL da gerade die Wand Dich so schön angelächelt hat? War es Dir wirklich so egal wie dem Wasser, ob da nun ein Hindernis ist oder nicht? Hast Du Dich, wie das Wasser, beim Umschmeicheln des Hindernisses wirklich kein bißchen angestrengt? A propos, wenn Du Wasser bist, wofür genau machst Du dann Krafttraining?</p>
<p>Meine Erfahrung: bereits die geringste Spur einer Absicht verhindert, daß man wirklich in den Fluß kommt. Im Fluß handelt man einfach, eben wie das Wasser - das Wasser ist ein verdammt gutes Bild dafür. Das Wasser handelt nicht absichtlich, nicht reflektierend. Es IST einfach und folgt dem, was gerade anliegt. Und mit der Haltung umschmeichelt es tatsächlich die Felsen in der Brandung. Das weiche Wasser bricht den Stein.</p>
<p>Allein die Absicht, Parkour machen zu wollen, verhindert das Fließen. Allein der Wunsch, genau diese Mauer jetzt zu überwinden, ist eine Fixierung, ist mehr als einfach das Tun, was anliegt.</p>
<p>Vielleicht verstehst Du jetzt ein bißchen mehr, warum ich mit Parkour aufhöre. Gerade in letzter Zeit habe ich mich viel mit eben diesem Fließen beschäftigt.</p>
<p>Mach den Realitätstest noch ein Schrittchen weiter. Übertrage das Verhalten auf den Alltag, wie ich es oben getan habe. Was würde es bedeuten, wie das Wasser zu fließen? Was passiert dann mit Alltagsproblemen? Wie gehe ich dann damit um? Gibt es dann überhaupt noch Sorgen, Probleme, Schwierigkeiten? Gibt es dann noch Unklarheit über den eigenen Weg, nicht wissen, was man tun soll oder nicht? Gibt es dann noch Kampf gegen irgendwas, gibt es dann noch Grübeln in irgend einer Form? Oder Stillstand? Überhaupt eine Absicht? Oder irgend etwas zu &#8220;müssen&#8221; (was auch immer das sein mag)? Mein lieber Trickstar - solltest Du für Dich in Anspruch nehmen, das mit dem Fließen wie Wasser geschnallt zu haben, dann schau mal in Deinem Leben nach, ob da wirklich alles fließt. Und wenn nicht, dann zieh die Konsequenzen, sprich: brings ins Fließen. Oder sei ehrlich genug zu Dir, festzustellen, daß es eben noch nicht so ist - was ja auch nicht an sich schlimm ist.</p>
<p>Vielleicht verstehst Du jetzt, daß das, was Du beschrieben hast, aus meiner Sicht ein reines Ideal ist, zwar erstrebenswert, aber in der beschriebenen Form eben ein Konstrukt - und daß ichs deswegen nicht mit reingenommen habe.</p>
<p>Freue mich über jeden Austausch zu dem Thema; es ist ein Spannendes, und erheblicher Teil meiner aktuellen Richtung.</p>
<p>Lieben Gruß,</p>
<p>Malte</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Trickstar</title>
		<link>http://parkourblog.maltehoevel.de/2008/01/04/hindernisse/#comment-233</link>
		<author>Trickstar</author>
		<pubDate>Fri, 04 Jan 2008 15:06:19 +0000</pubDate>
		<guid>http://parkourblog.maltehoevel.de/2008/01/04/hindernisse/#comment-233</guid>
		<description>Und dann gibts noch die, die werden wie Wasser, nachgebend, aber doch mit einer unglaublichen Kraft, sanft, aber konstant, umschmeichelnd und doch überwindend. Sie verstehen die Mauer nicht als Problem, denn das Wasser schert sich nicht um die Felsen in der Brandung. Sie begreifen das Problem als eine Chance, ein Mittel um sich selbst weiterzuentwickeln, und gehen es mit viel Hingabe und Ausdauer an. Sie schauen nicht auf das Ziel, und nicht auf den Start, sondern verstehen den gesamten Prozess als eine einzige Einheit. Sie unterscheiden nicht zwischen dem Ich und dem Hindernis, sondern sehen die Einheit der beiden, und die Möglichkeiten die aus dieser Einheit entstehen (bzw. die eigentlich schon immer da wahren, nur aus der anderen Perspektive nicht gesehen wurden).

Ca, c'est le vrai parkour :)</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Und dann gibts noch die, die werden wie Wasser, nachgebend, aber doch mit einer unglaublichen Kraft, sanft, aber konstant, umschmeichelnd und doch überwindend. Sie verstehen die Mauer nicht als Problem, denn das Wasser schert sich nicht um die Felsen in der Brandung. Sie begreifen das Problem als eine Chance, ein Mittel um sich selbst weiterzuentwickeln, und gehen es mit viel Hingabe und Ausdauer an. Sie schauen nicht auf das Ziel, und nicht auf den Start, sondern verstehen den gesamten Prozess als eine einzige Einheit. Sie unterscheiden nicht zwischen dem Ich und dem Hindernis, sondern sehen die Einheit der beiden, und die Möglichkeiten die aus dieser Einheit entstehen (bzw. die eigentlich schon immer da wahren, nur aus der anderen Perspektive nicht gesehen wurden).</p>
<p>Ca, c&#8217;est le vrai parkour <img src='http://parkourblog.maltehoevel.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' /></p>
]]></content:encoded>
	</item>
</channel>
</rss>
