Break

Ich mache kein Parkour mehr in diesem Sinne.

Ich hatte ja schon immer meine eigenen Ziele, meinen sehr eigenen Weg. Ich bin, gemessen an Leistungen, nie wirklich gut gewesen. Darum ging es mir ja auch nie. Ich wollte einfach nur lernen, mich vernünftig zu bewegen.

Dieses Ziel habe ich weitestgehend erreicht.

Und ich merke, daß meine physische Entwicklung derzeit bei mir keine hohe Priorität mehr hat, eher nebenbei selbstverständlich weiterläuft. Andere Dinge sind gerade wichtiger. Es war ja nie nur Parkour, was ich trainiert habe, im Gegenteil ergänzte sich das zu einem guten Gesamtpaket. Eigentlich ist es der Weg des Kriegers, der mich fasziniert – des friedlichen Kriegers, der eben nicht nur kämpfen kann, sondern vor allem den Weg der Bewußtseinsschulung geht und auch im heilerischen, spirituellen und künstlerischen Bereich Fertigkeiten aufweist. Wer mehr über meine Vision dieser Richtung wissen will, möge mich fragen.
Sich entsprechend bewegen zu können ist Teil dessen. Nur brauche ich dafür keine Spitzenleistungen – in Sachen Parkour dürfte ich zum fähigsten Prozent der Weltbevölkerung zählen (wie eigentlich jeder, der ein Weilchen trainiert hat), und das reicht mir völlig. Zumal Parkour auch nur ein Teil dessen ist, was ich als Fähigkeit, sich zu bewegen, verstehe.

Gleichzeitig merke ich, wie ich anfange, wirklich mal Verantwortung für mich selbst zu übernehmen. Meine hohen Onlinezeiten in der Vergangenheit waren durchaus auch ein Teil Realitätsflucht – eine einfache Möglichkeit, Zeit halbwegs nützlich totzuschlagen und bestimmte Dinge nicht angehen zu müssen.

Plötzlich aber entdecke ich, wieviel Spannendes und Schönes es auf dieser Welt noch zu entdecken gibt. Die viele Zeit im Netz mag zwar durchaus anderen Menschen weitergeholfen haben, mich selbst hat das aber auf meinem persönlichen Weg – nein, auch nicht nur gebremst, es war durchaus auch wertvoll, sich auszutauschen. Aber in dem Maß war das einfach nicht mehr gesund. Ich werde daher bis auf Weiteres aus dem Internet aussteigen. Also nicht mehr in den Foren posten, und auch meine Messenger lasse ich aus.

Ich werde natürlich nicht aufhören, mich zu bewegen. Bewegung ist Leben. Vielleicht komme ich auch bei dem einen oder anderen Trainingstreffen mal vorbei – um mitzuspielen. Aber sicherlich nicht mehr, um ernsthaft zu trainieren, mich zu verbessern; meine Ziele sind andere geworden. Es kann sogar sein, daß ich irgendwann noch einmal einen Flash bekomme, wieder gezielter aufzubauen und zu trainieren. Werde sehen, was die Zukunft bringt. Bis auf Weiteres jedenfalls führt mein Weg in eine andere Richtung.

Was ich in den letzten zwei Jahren sehr genossen habe, ist die Community, mit der ich mich tief verbunden fühle. Ich habe hier viel Gemeinschaft, Nähe, gemeinsames Wachstum, Freundschaften gespürt, und das tut mehr als gut. So gern ich hier Anschluß halten würde – da ich entweder oft weit fahren oder regelmäßig ins Internet gehen müßte, um weiter in der Community zu bleiben, wird der Kontakt schwächer werden. Zu einigen Leuten werde ich selbstverständlich Kontakt halten, die mir mit der Zeit wichtig geworden sind. Und, wie gesagt – ich kann mir gut vorstellen, noch zu dem einen oder anderen Treffen zu kommen.

Nur: meine persönliche Weiterentwicklung läuft eben nicht mehr wesentlich über Parkour.

Ein liebes Dankeschön in die Runde für zwei saugute Jahre – ich nehm mir selbst ungeheuer viel aus dieser Zeit mit.

Lieben Gruß,

Malte

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5 Kommentare zu Break

  1. Sascha sagt:

    Lieber Malte,

    es ist schade dich vorerst aus der Community und dem Training zu verlieren, warst du doch wie wir alle ein wichtiges Zahnrad, damit sich alles dreht, sicherlich kann man nicht alles von einer Person abhängig machen, dennoch hat es doch sehr gut getan mit dir zu trainieren, neues zu lernen, einen anderen Blick für so vieles zu bekommen und einfach überlegungen umzusetzten! Also die Entspannungsübung vom Steinpark ist oft bestandteil, wenn ich mich mal schlapp fühle und das ist nur ein kleines bsp. für sovieles was ich mitnehmen konnte.
    Durchaus verstehe ich aber dein jetziges denken und finde deine entscheidung ok.
    Man wird aufjedenfall voneinander hören 😉
    Guten Rutsch, Malte!!

    Lieben Gruß
    Sascha
    Parkour24

  2. Samson sagt:

    an dieser stelle nur eins, bitte lasse die beiträge des blog zu gänglich,werde in nächsterzeit n paar kopien für mich machen.

    Alles gute
    Samson

  3. parkourblog sagt:

    @ Samson: aber klar. Dieser Schritt heißt nicht, daß ich alle Brücken hinter mir abbreche oder jede Spur vernichten muß, durchaus nicht. Sehe keinen Grund, das Blog abzuschalten.

    @ Sascha: Danke für die netten Worte! Freut mich, daß Du Dir was mitnehmen konntest damals – ich mir auch, war das erste Mal, daß ich so was in der Form gezeigt hab, für mich selbst ne gute Erfahrung. Und den Austausch mit Dir find ich eh gut 😉

    Noch mal zum Klarstellen: ich bin noch da, werde auch ab und zu mal bei Trainings auftauchen. Nur bin ich nicht mehr im Netz präsent, trainiere nicht mehr gezielt. Geb aber nach wie vor gern weiter, was ich kann und weiß, und gehe nach wie vor gern in Austausch. Bin auch weiter ansprechbar. Und die Medien werden halt andere.

    LG, Malte

  4. René sagt:

    Hey,

    ich finde es zwar sehr Schade, dass du dich aus dem Parkour Training zurückziehst, aber du gehst deinen eigenen Weg und das ist alles, was zählt. In den letztem Jahr ,in dem ich trainiert habe, warst du immer present ,wenn es um konstruktive Fragen ging. Du hast der Parkour Community so viel gegeben, deine Abwesenheit wird ein Loch reißen, das nicht ersetzbar ist (Das ist nicht kritisch gemeint 😉 ).
    Ein fettes Danke dafür!!!
    Alles gute auf deinem Weg und hoffentlich sieht man sich irgendwann nochmal beim Training (nur zum quatschen).

    greetz
    René

  5. Lisa sagt:

    Auf wiedersehen,

    ich finde es auch unheimlich schade das du nicht mehr so präsent sein wirst wie du es bisher gewesen bist.
    und danke dir für das was ich gelernt habe von dir!

    bis irgendwann mal!
    und viel Erfolg auf deinem neuem Weg

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