Archive für November 2007

Das Dilema von Parkour, Bewegung und Lehre

Ich habe gerade ein Parkourvideo gesehen. Und es hat mich berührt und zutiefst nachdenklich gestimmt.

Meine Gedanken hierzu sind noch erheblich unstrukturiert; es sind mehrere Fäden, die hier zusammenlaufen. Noch ist es viel Text, viel Annäherung; vielleicht merkst Du ja, worum es mir geht. Wahrscheinlich werde ich diesen Text in den nächsten Tagen durch einen prägnanteren ersetzen - sobald ich mich selbst richtig verstanden habe.

Es war ein Video von einem Erzieher-Azubi, der selbst schon jahrelang Parkour betreibt, den ich kenne und schätze. Er hat ein Parkourprojekt in seiner Einrichtung gemacht und einen Tag des Gruppentrainings gefilmt - er und drei Kinder auf einem Abenteuerspielplatz.

Ich wurde immer verdutzter, als ich dieses Video sah - es war ein Parkourtraining, beinhaltete aber rein gar keine Grundtechniken. Und keine einzige schnelle Bewegung. Alles, was darin geschah: er ließ die Kids jede Menge balancieren, hangeln und an irgend etwas entlangkraxeln.

Parkour? Parkourtraining?

Wie mir später auffiel: ja. Und nein. Und irgendwie auch wieder doch.

Das Bild des Parkour ist weitgehend geprägt von den “Profis”: Leuten, die sich mit unglaublicher Geschwindigkeit fast fliegend durch den Großstadtdschungel bewegen. Ja klar, wir wissen alle, daß da ne Menge Training zu gehört, daß man sich da rantasten und viel kleinteilige Basisarbeit machen muß. Ja. Aber nebenbei, wissen wir das wirklich? Halten wir uns dran?

Wenn Anfänger mit dem Parkour beginnen, sind es oft eben diese schnellen Bewegungen, welche den Reiz ausmachen. Viele - zumindest die vernünftigeren - machen Basisarbeit wie Krafttraining etc., aber so ziemlich jeder beginnt recht schnell auch mit den schnellen, heftigen Sachen, vor allem mit den Grundtechniken. Sind nicht sie es, die Parkour ausmachen?

Die meisten Leute, die länger dabei bleiben, verschieben mit der Zeit den Schwerpunkt ihrer Bemühungen in Richtung Basisarbeit, also erst mal die körperliche Basis aufzubauen, um die Sprünge auch wirklich machen zu können. Auch mir ging das so: ich mache heute, nach fast zwei Jahren Training, Sprünge nicht mehr, die ich nach einem halben Jahr noch gemacht hatte. Ich hab mich ein wenig von den Extrma verabschiedet bzw nähere mich früheren “Leistungen” langsam wieder an. Ähnliche Prozesse sehe ich bei vielen - daß man mit der Zeit merkt, worum es eigentlich geht, und langsamer, dafür aber gründlicher aufbaut.

Und ja, eigentlich wäre es sinnvoll so anzufangen. Erst von vornherein langsam aufzubauen und die “großen” Sachen erst langsam mit dazuzunehmen.

Doch, Dilemma Nr. 1: es sind gerade die größeren Dinger, die motivieren. Diese Motivation auf “später” zu verlegen, um erst mal klein anzufangen, übersteigt erheblich die Geduld der meisten Anfänger.

Und natürlich wäre es sinnvoll, so anzufangen, wie der Trainer in jenem Video das mit seinen Kindern machte: viel experimentieren lassen, viel ausprobieren lassen, und erst nach und nach kleine Hilfen anzufüttern, so daß die Kinder sich die Grundtechniken praktisch von selbst erarbeiten und sie damit flexibler nutzen können, als wenn man ihnen gleich ein Standardrepertoire von Bewegungen zeigt. Vgl. dazu auch meinen Beitrag “Lernwege”. Das Lernen wäre somit erheblich gründlicher, das erlernte Wissen nutzbringender, die Bewegungen natürlicher statt auf einige Bewegungsmuster limitiert.

Dilemma Nr. 2 ist daher die häufige Fixierung auf die Grundtechniken - die Ungeduld verleitet dazu, schnell vorankommen zu wollen. Und diese Grundbewegungen bieten sich hier geradezu an - nur überspringt man dabei das eigene Erarbeiten, welches an sich unglaublich lehrreich ist und die Basis für natürliche, freie Bewegung darstellt.

(zu freier Bewegung übrigens einen neuen, mehr als sauguten Beitrag von Hebertiste im parkour.net-Forum: http://parkour.net/forum/index.php?s=&showtopic=13448&view=findpost&p=164907; Lang, aber lohnt sich. Aber so was von!)

Doch wenn ich mir das Video so ansehe; wenn ich nach dem Training die Kinder fragen würde: “so, und was habt Ihr heute gelernt?” wüßten die wahrscheinlich nicht allzu viel zu sagen. Klar, würden sie sagen, wir haben eine gute Zeit gehabt. Aber gelernt?
Ich mein, klar haben die Kinder dabei gelernt. Sie haben einen Ansatz bekommen, sich mehr oder weniger natürlich zu bewegen.

(Dabei Dilemma Nr. 3: wie natürlich war das wirklich? Es waren langsame, gezielte Aktionen. Die Kinder bewegen sich, statt vor der Glotze zu sitzen, das ist ein verdammt guter Anfang. Aber war das wirklich spielerisch, war das wirklich frei? War das so, wie Kinder sich über all die Jahrhunderte und Jahrtausende spielend draußen bewegt haben, bevor es Computer gab? Denn eigentlich geht es doch darum, sich frei zu bewegen, und da können an sich wir von Kindern noch ne Menge lernen - solange sie gewissermaßen natürlich aufwachsen konnten. Bringt nun Training dieser Art Kinder näher an ihr Bewegungspotenzial oder entfernt es sie sogar von der Freiheit der Bewegung, die sie mit ihrer unbeschwerten Art so haben, indem wir ihnen Aufgaben und Muster aufdrücken?)

Aber zurück zum Lernen, denn das ist Dilemma Nr. 4. Was also haben sie gelernt? Wären sie nach der Trainingseinheit in der Lage, weiter zu trainieren, und würden das treffen, was Parkour ausmacht? Müssen wir überhaupt ständig was lernen? Aber ist nicht genau das Aufgabe eines Workshops? Haben sie einen Durchblick erhalten, in welche Richtung es weiter zu trainieren gilt, oder sind sie für weitere Trainings von einem Coach abhängig?

Im hier vorliegenden konkreten Fall ging es drum, Parkour an Kinder weiterzuvermitteln. Kleines Seitendilemma Nr. 5: bei aller Bewegungsfreude, die Kinder so haben: verdammt noch mal, wie kann man denen Parkour vermitteln, ohne die noch jungen Körper zu überlasten? Einerseits sind genau Kinder wie geschaffen dafür, sich entsprechend zu bewegen. Andererseits ist gerade ein Körper in dem Alter noch zu verformbar für Dinge wie Krafttraining, Drops etc. Wie kann ein sinnvolles Kinderprogramm aussehen, wie unterscheidet sich das von einem guten Erwachsenentraining? Da gibts bisher m. W. auch noch wenig Infos und Erfahrungen zu.

Das Hauptdilemma aber: Was ist eigentlich freie Bewegung? Wie kann man die leben, wie kann man die vermitteln? Entgegen aller Sensationslust, aber auch nicht zu statisch. Spontan und gern auch mal schnell, aber in einem gewissen Rahmen. Frei und doch strukturiert. Als Trainer Unabhängigkeit lehren. Wie, verdammt, geht das?

Whatever. Maybe you got my point.

Lieben Gruß,

Malte

Lernwege

Forenbeitrag vom 12. November 2007 im Forum auf Parkour.de. Das Original seht im Beitrag “die Bewegung geht verloren!!” von PascalPK. In diesem Beitrag hatte sich eine mehr oder weniger hitzige Diskussion darum entsponnen, ob nun die Grundbewegungen zu trainieren sinnvoll sei oder ob dabei nicht die Bewegung als solche verloren gehe. Der Originalthread steht hier: http://parkour-germany.de/board/wbb/index.php?page=Thread&threadID=8190

Lese gerade ein Buch von einem gewissen Herrn Feldenkrais, der sich intensiv mit Bewegung auseinandergesetzt hat und der damit auch durchaus einige Impulse zu Körperentwicklung und Parkourtraining gibt. Das Buch trägt den wunderschönen Namen “Bewußtheit durch Bewegung”. Aus diesem Buch möchte ich einige Punkte herausnehmen und mit dem Thema hier in Zusammenhang stellen - weils gerade so schön paßt. Dabei gehts mir gerade nicht um Bewegung an sich, sondern darum, wie man sie lernt - die Anwendung auf das Threadthema wird bald deutlich werden.

Feldenkrais hat u. a. untersucht, wie Menschen lernen. Er gliedert dabei drei Möglichkeiten aus, etwas zu lernen:

a) der natürliche Weg. Sprich: man TUT die Dinge einfach. Lernen durch Trial and Error, und das entwickelt sich eben. So haben wir alle mal laufen gelernt. So haben die Steinzeitleute Jagen oder Gerben gelernt. So haben wir ursprünglich als Kinder bevorzugt gelernt: man tut es eben, und dabei entwickeln sich gewisse Fertigkeiten von selbst.

b) mag dann der eine oder andere dabei sein, der ein wenig herumprobiert und feststellt: oh, so geht es noch besser. Er mag Laufen auf dem natürlichen Weg gelernt haben und stellt nun fest: wenn man die Füße so oder so setzt, rennt man kraftsparender. Sprich, er entwickelt seine Fertigkeit eine Stufe weiter. Vielleicht findet jemand anders etwas anderes heraus, und strickt sich sein System daraus. Viele der Künste dürften vor allem so entstanden sein. Und ja, auch Parkour.

c) ist der systematische Weg. Jemand hat sich vielleicht hingesetzt, ein System entworfen, erforscht nun die Möglichkeiten systematisch, bastelt ein Konzept draus, nach dem er arbeitet. Das Ergebnis ist oft hoch effizient. Viele Berufe folgen diesem Muster. Hier würde ich die Entwicklung und das Training der Grundtechniken einsortieren.

Meine persönliche Beobachtung ist, daß bei der Entwicklung eines Weges oft eine dieser Herangehensweisen dominiert; allerdings ist es m. E. durchaus möglich, sich einem Sachverhalt mit mehreren dieser Herangehensweisen gleichzeitig anzunähern.

Feldenkrais hat sich auch Gedanken drüber gemacht, welchen dieser Wege er für den sinnvollsten hält. Hierzu möchte ich ihn selbst sprechen lassen:

“In vielem ist es schwer zu sagen, ob der natürliche Weg der beste sei oder ob einer gleich damit beginnen solle, das methodische Stadium zu erlernen. […] Viele verstehen sich nicht aufs Trommeln, aufs Diskuswerfen, auf Hoch- und Weitsprung, aufs Atmen, aufs Flötenspiel, aufs Zeichnen, Rätselraten und viele andere ‘natürliche’ Tätigkeiten, die früher nie anders als auf dem natürlichen Weg erlernt wurden. Nur, heute wagt’s einer kaum, sich derlei selber beizubringen, da es ja dafür anerkannte Methoden gibt. […] er kann dafür keine Aufmerksamkeit erübrigen und ist vor allem beschäftigt mit Tätigkeiten, die er systematisch und bewußt erlernt hat. Solche Menschen nützen zwar der Gesellschaft wie sie ist, aber es fehlt ihnen an Spontaneität, und auf Gebieten außerhalb ihres beruflichen tun sie sich mit dem Leben schwer.[…]
Die dritte Stufe, die systematische, hat ihre Tücken. Zum Beispiel: was llgemein als ‘Gebiet für Spezialisten’ gilt, wird von vielen für unzugänglich gehalten von vornherein. Sie versuchen nicht einmal, es zu betreten; sie versuchen nicht einmal, die ersten beiden Stufen zu erreichen, obwohl diese jederman erreichbar sind. Trotzdem ist diese Stufe sehr wichtig. Durch systematisches Tun können wir Verhaltens- und Handelnsweisen finden, die unseren […] Bedürfnissen entsprechen und die wir auf dem ‘natürlichen Weg’ vielleicht nicht finden würden, weil Umstände und äußere Einflüsse uns in Bahnen gelenkt haben mögen, in denen weiterzukommen unmöglich ist.”

Kurz auf den Punkt: systematisches Handeln ist sinnvoll, gut und notwendig, und damit hat das gezielte Training der Grundbewegungen durchaus Wert. Doch ist das Andere, das Ausprobieren, das natürliche Lernen, mindestens ebenso wertvoll. Und, wenn ich das noch ergänzen darf: jede Systematik birgt immer die Gefahr der Unvollständigkeit, was durch das natürliche Lernen wieder aufgefangen werden kann.

Daß das sture Nachmachen von Grundbewegungen gar nicht unbedingt soo systematisch ist, lasse ich hier mal außen vor - immerhin ist es ein System, innerhalb dessen man sich bewegt, wenn man danach trainiert.

Wir werden heute in Schule und Beruf oft darauf getrimmt, den systematischen Weg zu wählen. Ich halte das für notwendig, aber erheblich unvollständig. Die Folgen hat Feldenkrais ja bereits gut auf den Punkt gebracht.

Unsere Wahl, ob wir diese Fehler der Gesellschaft im Parkourtraining - unsere Freiheit, Hobby, Lebensphilosophie, persönlicher Entwicklungsweg - ob wir diese Fehler da wiederholen, oder ob wir endlich mal lernen, unser Potenzial voll zu nutzen.

Darum geht es aus meiner Sicht bei der Diskussion über die Rolle der Grundbewegungen im Parkour.

Und wer jetzt verstanden hat, ich sei für oder gegen ein Training der Grundbewegungen, hat nicht verstanden, was ich sagen wollte. Punkt.

Freue mich über Rückmeldungen aller Art.

Lieben Gruß,

Malte

Den Körper kennen(lernen)

Erschreckend. Immer wieder…

Ich bin heute abend auf den Seiten von parkour.net herumgesurft und habe versucht, einiges herauszufinden über korrekte Landungen. Und mußte mal wieder feststellen: eigentlich weiß kaum einer so richtig was Genaues. Einige meinen, die einzig und allein richtige Lösung zu haben, doch da diese Leute sich oft genug gegenseitig widersprechen, können sie wohl nun nicht alle recht haben.

Wovon die Diskussion geprägt war, war vor allem von einer großen Unwissenheit über die Zusammenhänge im Körper. Dieses fehlende Wissen ist fürchterlich verbreitet in der Parkourszene. Wie kommen wir eigentlich dazu, unsere Körper gezielt extremen Bedingungen auszusetzen, ohne diese gut zu kennen? Das KANN doch langfristig nur zu Schäden führen.

Wer weiß schon wirklich, wie ein Kniegelenk aufgebaut ist und wie es funktioniert? Wer weiß, welche Körperelemente (es sind nicht nur die Muskeln, oh nein!) am Abfangen eines Aufpralls wirklich beteiligt sind, wie die zusammenarbeiten? Wer hat überhaupt Ahnung vom Tusammenspiel der Einzelteile unseres Körpers und wie man den am besten so ausbildet, daß dieses Zusammenspiel optimal laufen kann (halte ich sogar für wichtiger als Krafttraining)? Welche Möglichkeiten gibt es, den Aufprall bei Drops im Körper zu verteilen, und was davon ist unter welchen Bedingungen (Vorwärtsbewegung? Höhe?) sinnvoll? Welche Belastungen treten dabei eigentlich genau auf, was hat der Körper abzufangen? Was ist eine gute Körperstruktur, und wie wirkt Tätigkeit und Ausbildung unseres Bewegungsapparates auf die anderen Körperfunktionen? Wie ist zB der Zusammenhang zur Atmung? Und wofür sind die kleinen, feinen Muskeln in den unteren Muskelschichten, die sich unserer bewußten Kontrolle entziehen?

Die Liste der Fragen könnte ich noch erheblich weiter stricken. Daß wirklich jemand Antworten weiß, ist selten - aber fast jeder hat Meinungen, Theorien etc was man alles machen sollte und was nicht.

Bevor hier irgend welche Mißverständnisse entstehen, gleich vorweg: nein, viel besser bin ich da auch nicht, auch ich weiß verdammt wenig. Aber ich bin mir dessen voll bewußt und arbeite dran. Wobei, den Anspruch haben wir doch irgendwie alle, oder? Halten wir uns aber auch dran?

Frage ist, wie kann man überhaupt etwas über den Körper lernen? Allein aus Büchern und Internettexten mit Sicherheit nicht. So wichtig Wissen ist - ich behaupte, daß die moderne Wissenschaft viele Dinge noch gar nicht erkannt hat, einige Schwerpunkte anders setzt, als für Parkour nötig wäre, nicht alle Zusammenhänge erklärt. Das sieht man schon daran, daß es zig wissenschaftliche Systeme gibt; allein schon das westliche, welches wir gewohnt sind, und die asiatischen Herangehensweisen, die völlig andere Schwerpunkte setzen. Innerhalb derer gibt es wieder unterschiedlichste Systeme, wie Rolfing, Feldenkrais, Wushu, Chi Gong, T’ai Chi und wasweißichwasnochalles. Diese Systeme widersprechen sich teilweise gegenseitig, aber sind jeweils in sich weitgehend stimmig - davon abgesehen, daß es innerhalb jeder einzelnen Richtung etliche Diskussionspunkte und unterschiedliche Meinungen / Herangehensweisen gibt.

Sprich: es lohnt sich, durch all diese Systeme durchzustöbern und sich selbst seine Zusammenhänge zu knüpfen. Und sich daraus sein eigenes Bild vom Körper zu machen. Man hüte sich aber davor, jemals zu sicher mit seiner eigenen Meinung zu werden! Der Mensch erkennt in der Regel nur einen Ausschnitt der Wirklichkeit, und jemand, der einen anderen Ausschnitt kennt, kann zu anderen Ergebnissen kommen und hat ebenso recht wie man selbst. Erst wenn man gemeinsam zusammenlegt, erweitert sich der eigene Horizont wirklich.

Doch jede theoretische Beschäftigung ist an sich schon zu wenig. Letztlich muß es ja drum gehen, den Körper, seinen Bau und seine Funktion kennenzulernen. Und das geht nicht rein in der Theorie. Meinen eigenen Körper lerne ich nur kennen, wenn ich mich wirklich mit ihm beschäftige. Wenn ich all die erlernten Theorien auch gleich auf den Körper anwende. Einfach mal nachfühlen: da fühle ich diesen Muskel, jene Sehne. Und wenn ich das jetzt anspanne, bewegt sich das so und so. Und durch die Bewegung passiert auch was mit den anderen Muskeln. Was mit welchen?

Sprich, es geht um die Neugierde, den eigenen Körper und seine Funktion zu entdecken. Das kann mit Hilfe der Theorie sein, die man an sich selbst gleich nachvollzieht (und rechne damit, viel davon als Schwachsinn zu entlarven!). Doch das muß nicht nur in der Theorie sein; viel geht auch übers spielen. Wenn ich so springe, und so lande, wo geht dann der Schlag hin, welche Muskeln arbeiten, was passiert da im Körper? Wie kann ichs anders machen, wo geht der Impact dann hin?

Und bitte, vergiß nicht, daß der Körper erheblich mehr ist als die Summe seiner Einzelteile. Letztlich geht es immer wieder darum, den ganzen Körper als solchen zu spüren, seine Zusammenhänge kennenzulernen. Dich wirklich wahrzunehmen; denn Du hast nicht einen Körper, in erster Linie BIST Du ein Körper. So betrachtet ist es eigentlich krass, was wir alles NICHT wissen und mitbekommen, oder?

Sprich: informiere Dich kräftig, bilde Dir Dein eigenes Bild. Setze es um in die Praxis, probiere es aus, ohne zu sehr den Theorien zu verfallen. Spüre Dich, den Körper, der Du bist. Und genieße es, wie Du Dich bewegst - das ist eine gute Grundlage.

Informationen gibt es im Netz und in Büchern reichlich. Daran solls nicht scheitern. Und Körper bist Du immer, kannst also jederzeit ausprobieren, neugierig sein. Ob Du abends, schon umgezogen, Deinen Körper inspizierst, herauszufinden versuchst, was einige Muskeln genau tun. Ob Du beim Training bewußt spürst, wie sich Dein Körper bewegt. Ob Du Bücher über Trainingslehre (selbst die ist in der Szene reichlich unbekannt!), T’ai Chi oder Anatomie liest. Oder einfach mal ausprobierst, wie dieses oder jenes funktioniert, und auch auf Details Deiner Bewegung achtest.

Wir haben nur den einen Körper. Wenn der gut funktionieren soll, muß der auch gut gepflegt werden - und blindes Krafttraining ohne Hintergrundwissen ist dafür definitiv nicht genug.

Ich wünsch Dir eine gute Portion Neugierde. Viel Spaß beim Erforschen!

Lieben Gruß,

Malte

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