Parkour, Freiheit und Bewegung

Original gepostet im Forum auf parkour.de, 17. August 2007

Hallo, zusammen,

ich stolpere für mich derzeit in Sachen Training immer wieder über einige Punkte, die mich beschäftigen. Im Moment versuche ich, mein Training entsprechend umzustellen.

Ausgangspunkt meiner Gedanken: Was ist Parkour eigentlich? Parkour ist die Kunst der effizienten Fortbewegung. Zudem hat das was für mich mit Freiheit zu tun – Freiheit der Bewegung, Gehen des eigenen Weges, Umgang mit Hindernissen, auch im Alltag.

Doch trainieren wir das wirklich?

Ist es Fortbewegung, wenn wir immer nur einzelne Sprünge und bestenfalls mal Minikombis trainieren?

Ist es Freiheit, wenn wir lediglich unseren Alltagsroutinen ein Dutzend weitere Bewegungsroutinen hinzufügen und diese bis zum Abwinken trainieren?

Ist es ein Gehen seines eigenen Weges, wenn wir immer nur einzelne Hindernisse mit sorgfältig abgeschätztem Anlauf frontal angehen? Lassen wir uns nicht dadurch auch von den Hindernissen lenken?

Wie geht es eigentlich, diese Dinge auf seinen Alltag zu übertragen?

Lernen wir wirkliche Freiheit der Fortbewegung, wenn wir diese nicht AUCH trainieren? Und wie trainiert man so was eigentlich?

Ist man „gut“ in Parkour, weil man eine Dreifünfzigmauer hochkommt oder sonstige krasse Sachen schafft?

Besteht die Effizienz der Fortbewegung ausschließlich in der Maximalleistung der einzelnen Bewegungen?

BTW, ist Schaffen gleich Können?

Ist es Freiheit, Deine Skills immer an den selben Hindernissen zu üben?

Kann Parkour nur an optimalen Trainingsplätzen stattfinden?

Kann man Parkour nur in der isolierten Trainingszeit trainieren? Wie kann man Parkour wirklich in den Alltag einbauen?

Kann man Parkour nur machen, wenn man sich aufgewärmt, sich zum optimalen Trainingsplatz begeben und seine Freunde um sich geschart hat? (Um Mißverständnissen vorzubeugen: wenn man wirklich im oberen Leistungsbereich trainiert, ist Aufwärmen unverzichtbar, klar).

Ist es wirklicher Bewegungsfluß, wenn man, um über ein kleines Hindernis zu springen, seinen gemütlichen Trott aufgibt, fixiert in Spannung geht, drauflosrennt und drübersetzt?

Bei einem Run – ist es Bewegungsfluß, jeweils das nächste Hindernis zu fixieren, nach selbigem fast stehenzubleiben und dann das nächste zu fixieren?

Kann man es sich auf der Flucht leisten, sich nur auf ein Hindernis zu konzentrieren und alles andere auszublenden?

Überhaupt, woher kommt Parkour eigentlich? Was soll das alles? Wofür trainiere ich das heute?

…und warum schreibe ich das hier alles eigentlich? Mit Sicherheit erwarte ich hier keine Antworten.

Ergänzungen folgen ggfs später.

Lieben Gruß,

Malte

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5 Kommentare zu Parkour, Freiheit und Bewegung

  1. Jordan sagt:

    parkour ist geil ich laufe erst seit 8 wochen und bin der beste von allen mit denen ich laufe

  2. Thomas sagt:

    Habe „Parkour“ gestern das erste mal im Fernsehn gesehen. Ich finde es absolut faszinierend und würde es auch gerne können. Ich weiß nur leider nicht so recht wo ich es trainieren soll abgesehen davon glaube ich fast, dass ich mit 33 schon zu den Rentnern in diesem Sport gehöre.

    Und um auf Deine Fragen einzugehen, Malte:

    Ich glaube Freiheit ist vor allem, Maßstäbe an denen man sich mißt selber aufstellen zu können ob in der Bewegung oder sonst wo. Du hast glaube ich schon viel Freiheit erreicht, wenn Du dich SO bewegen kannst. Man muß dieses können ja auch nicht ständig anwenden, um frei zu sein. Freiheit bedeutet ja auch etwas nicht zu tun, obwohl man es kann. Ansonsten wäre es ja Zwang!

    Wenn jemand weiß ob es in der Umgebung von Bonn eine Scene dafür gibt, würde ich mich freuen es zu erfahren.

    Gruß
    Thomas

  3. Samson sagt:

    „I went on holiday two weeks ago with my parents and we spent a great deal of time going to different places, walking around and visiting local places of interest. Whilst out walking one evening by the beach, my mum asked me if I missed training as much as I usually do at home and she was surprised when I answered that I was training right at that moment. We were on a completely flat pavement just next to the beach with nothing that could really be considered an obstacle or obstruction for at least 100m in every direction (unless you include the sea).
    She seemed confused and when I explained that I was working on my foot placement, and that when we reach that coke can around 10 metres ahead of us on the ground, I will be on my right leg, and the ball of my foot will be in line with it, she smiled and for a brief second was given a glimpse of just how deep the practice of Parkour can go. It was nice to hear her say that she never realised I trained so often. I reached the can with my right leg, ball of foot in line with it and picked it up to put in the next bin we found (for recycling, of course :P).

    To get to the point, the purpose of this article is to express how I believe we can practice Parkour all day, every day. There is absolutely no excuse for not having enough time to practice, since I believe we can practice every time we ‚do‘ anything.“

  4. Samson sagt:

    http://www.blane-parkour.blogspot.com/

    Link vergessen, zitiert nach blane aus dem eintrag vom 5 oktober

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